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Arbeit FAIRteilen

Unter diesem Titel fand am 20. April 2010 der 94. Sozial-Stammtisch mit Erich Foglar, Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes statt. Die Wirtschaftskrise hat viele negative Auswirkungen, eine davon ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit. Nur mit einer Verteilung der Überstunden und Schaffung von neuen Arbeitsplätzen kann dies aber nicht gelöst werden. Die Frage der Erwerbsarbeit muss umfassender verstanden werden, so der ÖGB-Präsident Erich Foglar. Neue Modelle Es genügt nicht - wie in manchen Rechenmodellen vorgestellt - nur die Überstunden zu verteilen oder über Arbeitszeitverkürzung zu diskutieren. Konkret für die Erwerbsarbeit sind neue Arbeitszeit-Modelle zu erproben, jedoch stets innerhalb des Rahmens der Kollektivverträge, der das Mindestmaß festlegt, so betont Foglar. Im Zusammenhang mit Arbeit fair teilen stellt sich auch die Frage von Reichtum und Armut. Die Wirtschaftskrise verursacht ein größeres Defizit im Staatshaushalt. Einsparungen im Sozialbereich werden als Lösungen angedacht. Wichtig ist es, klar zu machen, dass jedeR vom Sozialstaat profitiert, während der Schulbildung genauso wie auch in der Pension, so Foglar. Es ist nötig, das Steueraufkommen zu analysieren. Der Anteil der vermögensbezogenen Steuern ist in Österreich unverhältnismäßig klein, die Steuern auf Arbeitseinkommen hingegen unverhältnismäßig hoch. Ein Umdenken ist nötig: Es dürfen nicht weiterhin Menschen mit geringem Vermögen zur Kasse gebeten werden, sondern der Finanzsektor und jene, die von den großen Gewinnen profitieren, sollen ihren Beitrag zum Steueraufkommen leisten. "Arbeit" umfassend betrachten Foglar hebt hervor, dass aber auch die Frage nach der Qualität der Erwerbsarbeit gestellt werden muss: Wie kann die gesundheitliche Belastung reduziert werden? In weiterer Folge heißt es aber auch, die Chancengleichheit von Frauen und Männern zu thematisieren. Frauen leisten nach wie vor den größeren Teil der unbezahlten Arbeit. Die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen geht weiter auf. Was bedeutet das in Zukunft für ihre Teilnahme am sozialen Leben und denkt man an prekär Beschäftigte, wie stellt sich deren Situation dar? Um dieses umfassende Verständnis von Arbeit geht es bei der von der Gewerkschaft ins Leben gerufen Initiative „Arbeit fair teilen“, wo auch die verschiedensten Lösungsansätze präsentiert werden. Mehr dazu unter: http://www.fairteilen.at Einige Fotoimpressionen, auch Bischof em. Maximilian Aichern war unter den DiskutantInnen: Text ist Co-Work von Lucia Göbesberger und Elisabeth Zarzer, Video und Fotos sind von mir.
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ÖGB-Präsident Erich Foglar zu “Arbeit fair teilen&

[...] Video ist im Rahmen des Sozialstammtisches am 20. April in Linz entstanden. Was meint die SantaPrecaria Community? fair statt prekär Ich will per Email am [...]
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Gast

Wer mehr als 200.000 pro Jahr verdient wie Foglar, sollte den Mund nicht so falsch öffnen. Er wird immer r/w-eich fallen. Dafür sorgt die Partei und zahlen tun das wir.
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andrea

Ich glaube auch, dass ÖGB-Präsident Foglar gut verdient, allerdings heisst das für mich noch lange nicht, dass er sich nicht zu Themen von Armut und Reichtum in Österreich äußern darf. Das so 1:1 zu verknüpfen ist mir doch etwas zu simpel. Da vermisse ich das inhaltliche Argument gegen die von ihm vorgebrachten Argumente.
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Richard

Armut, Keuschheit und Gehorsam gibt es nicht bei den Reichen und Mächtigen. Auch wenn es logisch wäre, dass ein Sozialminister und ein Wirtschaftsminister und ein Verteidigungsminister und ein Finanzminister aus dem jeweiligen Bereich auch tatsächlich kommen - ist es eben trotzdem nicht so, weil die "politische Führung" eben nicht aus diesen Klassen und Gruppen kommt. Auch unser Bundeskanzler hat keine Leadership-Fähigkeiten sondern nur eine Stellvertreter- und Statthalter-Karriere gemacht, auch wenn das unlogisch ist für jemand, der eine Regierung führen können sollt. @Gast: Das ist eben so. Und näher bedacht auch "logisch" weil vorgegeben und systembedingt.
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Reinhard Gratzer

Mich würde interessieren woher die 200.000,- pro Jahr stammen? Meine Vermutung: Kleinformat. Foglar bekommt € 5.194,88 netto 14 x pro Jahr. Nachzulesen unter: http://www.oegb.at/servlet/ContentServer?pagename=OEGBZ/Page/OEGBZ_Index... Ja das ist nicht wenig. Andererseits ist er rund um die Uhr unterwegs, ... Ich befürchte ja, dass der anonyme Kolporteur der 200.000 das nicht zahlt, sprich nicht Mitglied des ÖGB ist und somit genau jene Organisation, die gegen solche Ungerechtigkeiten kämpft, nicht unterstützt. Aber Jammern alleine - mit Kleinformatzahlen - ist halt schon ein bisschen wenig. Ich bin der Auffassung, dass sämtliche Einkommen (und nicht nur Lohneinkommen) offen gelegt werden sollten. Da würde sich sehr schnell herausstellen, dass wir hier am falschen Ort diskutieren. Den wirklich "großen Fischen" kommen wir mit folgenden Namen schon etwas näher: Veit Sorger, Hans Dichand, Thomas Prinzhorn, K-H Grasser, Martin Bartenstein, Hannes Androsch, Mirko Kovac, ... um nur einige zu nennen. Alleine in OÖ gibt es ca. 30.000 Euromillionäre. Darunter vmtl. wenig PolitikerInnen. Die Gesetze wurden übrigens unter schwarz-blau noch reichenfreundlicher gemacht als sie vorher schon waren. Kein Wunder: sind doch in dieser Zeit einige der erwähnten Personen in der Regierung gesessen.
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Richard

Armut, Keuschheit und Gehorsam gibts nicht bei den Reichen und Mächtigen von dieser Welt! Da braucht man sich nicht wundern und nicht empören, das ist immer so. Das ist unabhängig von etaiger politischer Schlagseite. Das ist System-imanent.
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Richard

5.195 netto = 9.400 brutto = 156.000 jährlich Habe mir auch erlaubt, ohne etwaige Nebeneinkünfte und Sitzungsgelder zu kennen, das von Reinhard Gratzer angegebene Gehalt im Brutto-Netto-Rechner nachzurechnen. 156k oder 200k ist ein übliches Vorstandsgehalt in Österreich. Warum streiken in Österreich keine Arbeiter mehr, sondern nur noch Studenten und Beamte? Weil jeder Arbeiter weiß, dass die Industrie weiter absiedeln wird, weil alle Konsumenten das billigste Produkt im H&M und Co. einkaufen, die alle nicht(!) von österreichischen Arbeiter produziert wurden. Und die billigsten Produkte können nicht von österreichischen Arbeitern in Österreich produziert werden. China verfolgt das strategische Ziel 2020 in allen relevanten Schlüsselindustrien auf dem Niveau Westeuropas zu sein, und wird in vielen Industriezweigen das bereits vor 2020 erreicht haben. Und das ist nur einer unser großen Mitbewerber. Wir steuerzahler haben den Mega-Betrug mit unbesicherten Hauskrediten, die als Wertpapiere vor allem zum Schutz der US Volkswirtschaft, vor der unweigerlich drohenden Konsequenz zu schützen, nach Europa exportiert wurden - und mit erstklassigen Rating-Zeugnissen versehen jene Banken gekauft haben, deren Kunden nichts für ihr Gehalts- und ihr Sparkonto zahlen wollen und trotzdem die höchsten Zinsen wollen. Vergleiche mit dem H&M-Beispiel sind nicht falsch. Mehrmals wurden diese Praktiken in den USA angezeigt, aber die schützende Hand des Staats hat die juristische Verfolgung verhindert. Auch bei uns wurde eifrig mit Fremdwährungskrediten spekuliert, von den Beziehern kleiner und mittlerer Einkommen. Es haben und werden immer die Steuerzahler zahlen, wir also. Auch unser Neid und unsere Wut werden dieses System nicht ändern. Noch zur vollen Transparenz: In 20 Jahren steht auf der eCard, unserer "Bürgerkarte", dann ohnehin unsere medizinischen und genetischen Daten, unsere Einkommens- und Beschäftigungsdaten, und vieles mehr. Die Reichen und Mächtigen wird das nicht stören. Die stehen über dem Gesetz bzw. sind vielfach das Gesetz. Wir, wir sind dann Leibeigene 2.0
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Bernd Althaus

Hier ist ganz offensichtlich noch vieles unversöhnt.
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andrea

Ja, hier gibts offensichtlich unterschiedliche Meinungen. Das finde ich aber per se nicht schlecht. Kommunikation braucht Differenz!
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Helga

Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. / Wo etwas unversöhnt ist, braucht es Heilung und Versöhnung. Lieben Gruß, Helga