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ArbeitsFAIRteilung

"Bevor i d'Hackn verlier, hab i liaba Kurzarbeit", sagte gestern ein Verwandter zu mir. Bereits im Vorjahr hatten sie in seiner Firma Kurzarbeit. Immer wieder verlängert dauerte sie letztendlich das gesamte Jahr, als Alleinverdiener mit drei Grundschulkindern wurde es finanziell spürbar enger - aber es war zum Auskommen.

Kurzarbeit kann bedeuten, vorhandene Arbeit fair aufzuteilen und: sie kann den Blick öffnen für das Leben außerhalb der Erwerbsarbeit. Ich vermute, so mancher kam auf den Geschmack und merkte plötzlich, wie angenehm es ist, wenn die Berufsarbeit nicht das ganze Leben frisst.

Also warum nicht generell weniger erwerbsarbeiten? Es gibt genug andere, notwendige  Arbeit, die getan werden muss, damit unser Leben und unsere Gesellschaft gut funktioniert. Dass sich Kurzarbeit (= kürzere Normalarbeitszeit) organisieren lässt, hat das vergangene Jahr gezeigt. Also bleibt die Frage nach dem Willen zur Umsetzung. Und die Frage nach einem angemessen Einkommen zum Auskommen. Doch diese Frage stellt sich für viele so oder so.

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andrea

... um deinen Gedanken weiterzuspinnen: Ich finde ja die Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich alt, aber noch immer gut und richtig. Damit würde zum einen für viele der Arbeitsstress weniger und gleichzeitig wäre es eine Umverteilungsmassnahme in die richtige Richtung. Leider wird darüber in den letzten Jahren wenig öffentlich gesprochen.
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Gast

@Andrea: Das erhöht die Produktionskosten und damit die Produktionspreise. nur mal zu Ende gedacht..
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Gast

@Andrea: Das erhöht die Produktionskosten und damit die Produktpreise nur mal zu Ende gedacht..
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andrea

In Österreich gibt es 1.000 Milliarden Euro Privatvermögen (hier im Detail nachzulesen: http://www.sozialplattform.at/fileadmin/sozialplattform/useruploads/armu...) - reden wir doch darüber, wie Umverteilung dieses Vermögens stattfinden kann. Dann wäre eine gute Sozialpolitik, Arbeitszeitverkürzung und noch vieles andere durchaus denkbar.
d

Gast

du weichst aus, ich habe diese Idee nur zu Ende gedacht und will und kann nicht noch höhere Preise zahlen.
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andrea

Ich wollte wirklich nicht ausweichen, bin aber vielleicht ein bisserl missverstanden worden. Ich meine, dass es darauf ankommt, wie so eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich gestaltet wird. Wenn es gelingt, diese auf Kosten der oft immensen Profite der Konzerne durchzusetzen, hat sie einen positiven Effekt; wenn nicht, dann stimmt natürlich Dein Argument, dass sich das auf die Preise durchschlagen könnte. Es ist für mich eine Gestaltungsfrage: Ob wir alle gut leben können, hängt von vielen Faktoren ab - und klar muss das alles im Blick sein. Es wäre aber durchaus möglich, Schritte der Umverteilung in die richtige Richtung in Österreich zu gehen.
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Simone

Nehmen wir an wir können die Konzerne dazu zwingen, teuerer zu produzieren und weniger zu verdienen. Nur mal angenommen. Die Steuereinnahmen sinken (in Folge geringerer Gewinne, also geringerer Besteuerungsgrundlagen). Die Pensionen sinken (in Folge geringerer Verzinsung und geringerer Erträge der Pensionskassen und Pensionsfonds). Wie sollen wir damit umgehen?
d

andrea

Okay, weiterdenken: Da sind wir dann beim Steuersystem, dass sowieso ziemlich ungerecht ist. Die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer oder die Anhebung des Spitzensteuersatzes wären sinnvolle Massnahmen, um den vor Dir geschilderten Effekten gegenzusteuern und die wirklich Reichen zu belasten.
d

Simone

Ja, das Steuersystem ist mehr als ziemlich ungerecht. 40% zahlen in Österreich keine Steuern. Der Mittelstand rennt in einem fürchterlichen Hamsterrad. Die Supervermögen sind ortsungebunden. Noch traut sich niemand zu sagen, dass die verheimlichen Schulden durchschnittlichen 40.000 Euro pro Österreicher betragen. Die ärmsten 40% werden die Volksschulden sicher nicht bezahlen können, was die 40k pro Österreich fast verdoppelt. Das sind noch die Zahlen vor der Wirtschafts-krise. Das ist stille Enteignung der Bevölkerung, die wie immer die Ärmsten am Härtesten trifft. Der Rückzug des Staates aus Konzern-Beteiligungen wie OMV, Telekom und Versorgen würden 50 Mrd. bringen, das sind 6000 Euro pro Person. Damit könnten Schulden und Zinsenlast abgebaut oder als Einmalauszahlung an alle ausbezahlt werden. Der Wohlstand Europas schrumpft von Jahr zu Jahr. Im letzten Jahrzehnt konnten wir noch ein Rückzugsgefecht gegen nicht europäische Produkte führen. Die viel zitierte Banenenkrümmung und ähnliche absurd klingende Verordnungen waren und sind in Wirklichkeit Handelsblockaden und Importschranken. Ungefähr 12 Milliarden Euro haben wir Österreicher in der Schweiz vor dem Fiskus versteckt, sagt man. Bei einem Ertrag von realistischen Ertrag von 5% pro Jahr macht das 600 Millionen Zinsen jährlich, die mit 25% KeSt zu versteuern sind. Also maximal 150 Millionen Euro jährlich. Im Sinne der Gerechtigkeit ist deren Versteuerung wichtig, die Summe jedoch macht das Kraut nicht fett. Zum Vergleich kosten uns Österreicher die ÖBB 300 Millionen Euro im Monat. Unsere noch lebenden Großeltern können sich noch erinnern, wie nach dem Vermögen der Reichen und der ("jüdischen") Banken- und Hochfinanz auf den Straßen geschrien wurde. Doch das scheint hierzulande vergessen und verjährt zu sein, und bald werden die letzten Zeitzeugen auch nicht mehr davon berichten können. Wären eine neue Vermögenssteuer oder die Anhebung des Spitzensteuersatzes ausreichend, nichts würde schneller kommen und die zwei wackelnden Altparteien schlagartig beliebter machen. Doch das reicht bei weitem nicht. Die Löcher sind zu groß zum Stopfen, das System müsste jetzt angegriffen werden. Muss jetzt ins Bettchen, weil morgen früh raus. lg
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andrea

Ich habe den doppelten geposteten, aber inhaltichen identen Beitrag von Simone gelöscht (nur damit sich niemand wundert, wo der hin gekommen ist). Und von Elisabeth gibt es einen Verweis, der zum Thema weiterführt http://www.thematisch.at/nachtrag-zu-arbeitsfairteilung
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Erich

Hallo Simone, so hab ich das noch nie gedacht. Danke dir, lg Erich
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Georg

Deutscher Währungsexperte fordert Umdenken. http://diepresse.com//home/wirtschaft/international/542532/index.do Sollten wir mit den Experimenten Schluss machen und wieder auf Bewährtes setzen? Ich denke, Ja euer Georg
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Rainer

Ungerecht am Steuersystem sind auch die Subventionen In Österreich geben die "öffentlichen Hände" rund 15 Milliarden Euro pro Jahr für Subventionen aller Art aus. Das entspricht mit 5,5% der Wirtschaftsleistung genau dem doppelten des EU-Schnitts, hat jüngst das Wifo erhoben. Würde das Subventionsniveau in Österreich auf den europäischen Durchschnitt angepasst werden, bedeutet das für die öffentlichen Budgets also eine Entlastung von 7-8 Milliarden Euro – pro Jahr. Angesichts der zu erwartenden politischen Widerstände wäre dieser goldene Schnitt eine große Aufgabe für eine Grosse Koalition. Worauf warten die noch?