In der heutigen OÖ. Krone kritisiert Wirtschaftskammerpräsident Dr. Christoph Leitl in einem Interview den Fastenhirtenbrief von Bischof Schwarz. Ihn erzürnt die Aussage, dass "zunehmende Begehrlichkeiten der Wirtschaft" den arbeitsfreien Sonntag bedrohten. Dafür gebe es keinen aktuellen Anlass. Leitl stehe hinter der Vereinbarung mit dem emeritierten Bischof Aichern, dass "der Sonntag kein Alltag, sondern ein Tag der Ruhe, des Innehaltens und der menschlichen Begegnung" ist.
Sehr geehrter Herr Dr. Leitl, wenn das stimmt, dann frage ich mich ...
... warum wird die Sonntagsruhe von Bäckereien umgangen, indem dort immer öfter ein paar Kaffeehaus-Tische stehen? ... warum gibt es immer mehr Tankstellenshops, die am Sonntag offen halten? ... warum verkauft uns dann die Industriellenvereinigung, die mit der die Wirtschaftskammer in gutem Kontakt ist, die Sonntagsöffnung als Heilmittel gegen Arbeitslosigkeit? ... warum wird jeder Anlass, zuletzt die Fußball-Europameisterschaft in Wien 2008, genutzt, um salamitaktikmäßig die Sonntagsruhe auszuhöhlen? ... warum wird dieses Thema von Ihnen gerade jetzt in der Wahlwerbung zu den Wirtschaftskammerwahlen in dieser polemischen Weise hervorgekramt? ... warum folgen den schönen Worten nicht mehr Taten?PS: Der arbeitsfreie Sonntag freut sich über viele Fans auf Facebook!
PSS: Ihre Aussagen, sehr geehrter Herr Dr. Leitl, dass Kirche "aufgeschlossen und zeitorientiert" sein und "mehr auf die Menschen zugehen, ihre Probleme verstehen und Anworten auf die Sinnfragen des Lebens geben" muss, haben mir übrigens sehr gefallen!

Gast
andrea