Das Leben lernt von mir!
Wenn PhilosophInnen, großteils erwachsen, Erfahrungen austauschen, dann kann es schon einmal vorkommen, dass der subsumierende Satz fällt: „Wir lernen vom Leben“. Neulich, bei einem adventlichen Morgenlob mit Jugendlichen, fiel beim anschließenden Frühstück der Satz: „Das Leben lernt von mir!“ Dieser Gedanke hat mich nicht mehr losgelassen. In diesen Worten eines 17-jährigen steckt sehr viel. Ich finde ihn höchst genial. Diese Einstellung zeugt von Vitalität, Kreativität, Selbstbewusstsein und Intelligenz. Denn wer daran glaubt, der weiß, dass er/sie einzigartig ist. Das tut gut. Wer vom Leben lernt, ist weise. Wer aber sagt, „Das Leben lernt von mir“, der/die hat viel mehr begriffen. Vor allem, dass er/sie unvertretbar, gewollt und geliebt dem Leben eine Richtung gibt. Dieses Selbstverständnis vereinfacht und ermöglicht vieles. Ich bin diesem jungen Mann sehr dankbar, dass er mich an meine christliche Grundberufung erinnert hat: Auch (!) als Einzelner gebe ich dem Leben und der Welt eine Richtung. Das ist in erster Linie eine Zusage, aber dann auch eine Aufgabe: Gib dem / deinem Leben eine Richtung! Lebe! Jetzt!
