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Für eine inklusive Schule der 10- bis 14-Jährigen

 Es tut sich wieder was in Fragen der Bildungspolitik. Heftig wird derzeit in den Medien über die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen diskutiert. Eine neue Facebook-Gruppe initiert von ThemaTisch lädt dazu ein, dafür auch Gesicht zu zeigen. 

Eigentlich ist es mir egal, ob das Gesamtschule oder inklusive Schule heisst, wichtiger ist meiner Meinung nach was drinsteckt. Mit dem Begriff "Gymnasium für alle" kann ich weniger anfangen, weil da implizit eine Abwertung der Hauptschulen ausgesagt ist. Schule Trotzdem ist es Ministerin Karl zu danken, dass sie die Debatte angestossen hat. 

Es muss um eine Schule für alle Kinder gehen, eine Schule, die so gestaltet ist, dass sie der Unterschiedlichkeit der Kinder gerecht wird und sie dort fördert und unterstützt, wo sie es eben brauchen. Apropos gerecht - ich bin davon überzeugt, dass eine inklusive Schule ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit wäre. Klar, auch diese Schulform löst nicht alle Probleme, aber es wäre doch ein Weg der Schulpolitik in die richtige Richtung, wie Beispiele aus dem Ausland zeigen. Noch immer entscheidet die Herkunft der Kinder über die Bildungsbiografie - und diese dann zumeist über sehr viele Chancen im Leben.

Ich selbst bin in die Hauptschule gegangen, in den ersten Klassenzug und dann weiter in ein Oberstufenrealgynasium bis zur Matura. Das mit den Klassenzügen gibt es ja heute Gott-sei-Dank nicht mehr, dieses Modell wurde von den Leistungsgruppen abgelöst. Gut kann ich mich noch daran erinnern, dass ich es schon als 10-Jährige merkwürdig gefunden habe, dass meine VolksschulkollegInnen und ich da in zwei Leistungsklassen eingeteilt wurden und das irgendwie sehr endgültig besiegelt klang. Nur ganz ganz wenige sind ins Gynmasium gegangen, auch wohl ein Phänomen einer ländlichen Region, denn das war einfach 18 km weit weg. Wie es wohl in der Stadt gewesen wäre? Fast noch schräger als die Einteilerei der 10-jährigen Kinder in Klassenzüge habe ich Erinnerung, dass es ja auch eine Sonderschule gab in unserem Ort. Da habe ich damals auch schon gespürt, welche Einbahnstrasse das ist für diejenigen, die dort hingeschickt wurden. Umso richtiger finde ich die Forderung der KA nach Abschaffung der Sonderschulen. 2010 muss es doch endlich, endlich, endlich andere Wege geben als kleine Kinder in Schubladen zu packen und nur Defizite zu sehen. Alle Kinder können was, halt auch Unterschiedliches!

Foto: D Sharon Pruitt

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