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Fasten: Auf dem Weg zur Fülle

„Fasten“ und „Fülle“ – könnte glatt ein Widerspruch sein. Stimmt. Wenn man Fülle als "Völlern", "Saufen" oder "Fressen" versteht, so wie es Jesus unterstellt wurde (Mt 2,19: „Der Menschensohn ist gekommen, er ißt und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, recht bekommen“). Aber, das sagt der zweite Halbvers: Und doch hat die Weisheit recht bekommen.

Wie ist das nun mit dem Fasten und der Fülle?

Fasten kann sehr traditionell als Verzicht auf gewisse Lebensmittel oder
Dinge verstanden werden. Es gibt viele im Trend liegende Optionen:
Twitter-Fasten, Stress-Fasten, Autofasten… Auf welches Ziel hin, könnte eine sehr hilfreiche Frage sein. Ich verstehe Fasten als „Sich-Lösen“ von Dingen oder Gewohnheiten, die etwas sehr Schönes und Wertvolles be-Schatten oder verhindern: Leben in Fülle (Joh 10,10: „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu
vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“).
Die Elberfelder Bibel kennt noch eine Steigerung von „Fülle“: „Überfluss“ („damit sie Leben haben und esin Überfluss haben“). Toll, welche lebensbe-ja-hende Botschaft Jesus rüberbringen wollte:
Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben – in Überfluss!

Und wenn ich nicht ganz falsch liege, lag Jesus weder „fressen und saufen“
fern noch die ganz einfache Botschaft Gottes: „Ich liebe dich!“ Und zwar in Form von Nächstenhilfe, in Form von Nächstenliebe – dazu gehören auch Ermahnungen wie die „Weherufe“ (zB Lk 6,24ff) – und in den vielfältigen Formen, wie sich die Liebe Gottes ausdrücken kann.

Fastenzeit – eine Einladung, sich auf den Weg zu machen zu einem Leben in
Fülle – ja, zu einem Leben in Überfluss!

qBitte beachte unsere Richtlinien für Kommentare.
d

Andi (nicht überprüft)

Danke für diesen wunderbaren Beitrag.

Ja, alles zurücklassen was uns unfrei macht, was uns bindet, was uns auf uns selbst bezogen macht, was uns taub macht.

Uns bereitmachen unser Kreuz anzunehmen, einander anzunehmen so wie wir sind, zu lieben so wie wir sind.

Und auf IHN zugehen, auf IHN schauen, IHN anbeten.

d

Marianne (nicht überprüft)

„gegen den Mainstream zu schwimmen" nennt Papst Benedikt XVI. unsere Entscheidung, das hohe Ziel des christlichen Lebens anzustreben.

Umkehr und Glaube seien keine zwei Dinge, die von einander verschieden wären. In der Umkehr liege das „totale Ja" dessen, der sein Leben dem Evangelium überantwortet. In dieser Perspektive zählt jeder Tag, um sich Jesus zu überlassen, in ihm zu bleiben und seinen Lebensstil zu teilen.

Habe ich von..
http://www.zenit.org/article-19848?l=german&utm_campaign=germanweb&utm_m...

Wirklich sehr schöne, tiefe Worte.

LiGrü Marianne

d

Marianne (nicht überprüft)

ist mir gerade noch eingefallen.

Die strukturelle Sünde, von der ich vorhin gelesen habe, ist sicherlich in Österreich stark verbreitet:

x Zeitung klauen
x Scharzarbeiter beschäftigen (fürs Bügeln, Omi und d. Nachhilfe)
x Pfuschen gehen

Das Autofahren wie Ferdinand würde ich dazu nicht zählen, auch wenn das voll im neuen grünen Zeitgeist steht.

Strukturell ist auch das Anschütten und Vernadern in Österreich, mit Unwissen und Halbwissen werden geschimpft und verleumdet:

x Bischöfe (Papst sowieso)
x Lehrer
x Ärzte
x oder einfach nur dumpf "die Kirche"

Wer sich selbst über all dem stehend sieht ruft gern einmal seine Gerechtigkeit aus, seinen Abwehrkampf und will seine Regeln durchsetzen. Doch wer steht denn wirklich drüber, hm?

Mir gefallen Fastenvorsätze wie

x Ticket zahlen
x Zeitung zahlen
x nicht schlecht über andere reden
x ich ärgere mich aufgeben (nur eine Entscheidungssache)

.. eigentlich nur die 10 Gebote einmal einhalten, nicht für einen selbst, das mag der Entspannung und Gesundheit dienen, führt aber nicht näher zu Gott und den Mitmenschen. Fasten sollten wir für Gott, aus Liebe für ihn auf etwas Schweres verzichten - und vielleicht sogar noch bewusst mehr Gutes tun :-)

d

andreas

...ist etwas anderes als Zeitung klauen und Schwarzarbeit, denn das schadet eigentlich niemandem bzw fördert die Wirtschaft... darüber kann man geteilter Meinung sein.

Strukturelle Sünde zu bedenken ist ein Gebot der Zeit:
Autofasten ist ein Weg, die Schöpfung Gottes zu ehren, in dem man auf vermeidbare Umweltverschmutzung verzichtet. Eine andere Möglichkeit, strukturell etwas zu verändern, wäre zB. regional Einkaufen. Denn es ist die Logik des Marktes und der Wirtschaft, dass Produkte, die nicht gekauft werden, sehr schnell aus den Regalen verschwinden (zB Tomaten aus Spanien oder Trauben aus Argentinien)...

...mir gefällt es übrigens nicht, wenn schlecht über andere geredet wird (wie in dem Kommentar "aussen FASTEN innen FÜLLE")

d

Martin (nicht überprüft)

mir gefällt nicht, dass Sie Diebstahl gutheißen und rechtfertigen. Da darf Ihnen die Animation der 10 Gebote als Erinnerung ans Herz gelegt sein!

d

Gast (nicht überprüft)

Kritischer Blick auf unsere neue Armut, eine noch nicht erkannte Spirale:
http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/541230/index.do?_vl_backl...

d

Gast (nicht überprüft)

Die Hoffnung vieler auf eine gute Zukunft und ein gutes Leben schließt oft Gott aus und setzt alle Hoffnung auf die Welt und auf Menschliches. Mit einer solchen Hoffnung wird das Leben und die Zukunft mit Sicherheit nie wirklich die gute Qualität erreichen, die nur in Gott möglich ist – das Gute, das vollkommen und vollendet ist.

Gedanken aus dem neuen Buch Geist der Sanftheit von Alan Ames

d

Barbara (nicht überprüft)

Die Fastenzeit erinnert uns an die vierzig Jahre, die Israel in der Wüste verbrachte, als es unterwegs zum verheißenen Land war. Während dieser Zeit lernte das Volk, was es heißt, in Zelten zu leben, ohne feste Bleibe, in völliger Unsicherheit. Oftmals war es versucht, nach Ägypten zurückzukehren: dort war es wenigstens sicher, etwas zu essen zu haben, selbst wenn es nur Sklavennahrung war. In den Schwierigkeiten der Wüste war es Gott selbst, der sein Volk mit Wasser und Nahrung versorgte und es in allen Gefahren beschützte. So wandelte sich für die Hebräer die Erfahrung völliger Abhängigkeit von Gott zum Weg der Befreiung von der Sklaverei und vom Götzendienst der materiellen Güter.

Die Fastenzeit will den Gläubigen helfen, in einer Anstrengung persönlicher Reinigung, denselben geistlichen Weg noch einmal zu durchleben, indem sie sich der Armut und Unsicherheit unserer Existenz bewusst werden, im Entdecken der vorsorgenden Hilfe des Herrn, der uns einlädt, unsere Augen auf die Nöte unserer bedürftigsten Brüder zu richten... Indem sie sich offen und großzügig zeigen, können die Christen – sowohl in Gemeinschaft als auch einzeln - Christus dienen, der in den Armen gegenwärtig ist und die Liebe des Vaters bezeugen. Christus geht uns auf diesem Weg voran. Seine Gegenwart ist Kraft und Ermutigung: Er macht uns frei und lässt uns Zeugen seiner Liebe werden.

d

Aufmerksam (nicht überprüft)

@Andreas: Wenn es dir nicht gefällt, wenn man schlecht über andere redet, dann musst du zukünftig deinen Blog völlig neu ausrichten.

d

Dominik (nicht überprüft)

Gedanken von Margie zur Fastenzeit - zu schön um sie nicht zu teilen:

Willkommen in der Fastenzeit – der wirklich besonderen Zeit vor Ostern! Jetzt wirst Du vielleicht denken: Fasten – hört sich ja total öde an! Was soll den daran toll sein?
Das Fasten, zu dem uns die Kirche in den folgenden Wochen einlädt, soll uns einen neuen Geschmack auf das Leben und vor allem auf den Himmel geben. Vielleicht kennst Du das Gefühl der inneren Leere und Sinnlosigkeit. Meine Patienten auf der Psychiatrie berichten mir oft davon.

Oft sind sie sehr jung und haben das Gefühl, schon alles erlebt zu haben – das Leben hat ihnen nichts Neues und vor allem nichts Schönes mehr zu bieten. Viele von ihnen haben von ihren Eltern immer alles bekommen, was sie sich gewünscht haben; und dennoch sind sie total unglücklich. Woher kommt das?

Im Film „AVATAR“ sagt die Príesterin des Eingeborenenstammes über uns Erdenbürger: „Ihr Himmelmenschen könnt nichts lernen, denn ihr seid voll!“ Findest Du nicht auch, dass dieser Ausspruch für unsere Konsumgesellschaft echt passend ist? Wenn wir Lust auf Schokolade haben, so können wir sie sofort an jeder Ecke kaufen. Unser Leben ist angefüllt mit dem Wunsch nach dem neuesten Laptop, dem besten i-Phone, dem schnellsten Auto, der schönsten Frau oder dem Märchenprinzen... Wir verbringen kostbare Stunden damit, diese Ziele zu erreichen. Und wenn wir sie dann erreicht haben, erfüllen sie unser Herz nur für kurze Zeit… Weißt Du warum?

Weil unser Herz für viel mehr geschaffen ist! Materielles kann es nur kurzfristig sättigen. Unser Herz ist nur dann glücklich, wenn es Liebe erfährt und Liebe verschenken kann. Und auch der geliebte Mensch kann unser Herz nicht für immer ganz ausfüllen, denn unser Herz ist für die unendliche Liebe Gottes geschaffen und nur Gott kann unser Herz für immer ganz ausfüllen. So sagt schon der Hl. Augustinus: „Unruhig ist mein Herz bis es ruht in dir, oh Gott!“

So wünsche ich Dir in den kommenden Wochen der Fastenzeit die Kraft, vor allem vielleicht einmal auf die vielen Ablenkungen, die unsere moderne Welt zu bieten hat, zu verzichten, damit Dein Herz leer wird und somit Platz für einen Besuch von Gott frei wird.

d

Gast (nicht überprüft)

für diese Zeilen. bin berührt

d

andreas

für ihren Beitrag, Martin. Falls sie auf die Wiedergabe der animierten 10 Gebote auf meinem Blog anspielen, darf ich doch anmerken, dass eine Verlinkung mit Quellen und Autorenangabe nicht Diebstahl ist... und dass Unterstellungen bzw. üble Nachrede nicht gerade weniger wiegen...

d

Martin (nicht überprüft)

@ Andreas: Zeitung klauen ist Diebstahl. Schwarzarbeit ist Diebstahl. Habe nix unterstellt und die animierten 10 Gebote fand ich gut.

lg Martin

d

Martin W. (nicht überprüft)

@ Andreas: Zeitung klauen ist Diebstahl. Schwarzarbeit ist Diebstahl. Habe nix unterstellt und die animierten 10 Gebote fand ich gut.

lg Martin

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Peter (nicht überprüft)

Petrus 1,3 – 25 Damit ihr Hoffnung habt
www.bibelkreis-muenchen.de

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