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Von Maxi, Marco und dem Weg zu einer gerechten Schule: Bildung ist nicht automatisch gut und gerecht

Foto: martinwaubke Der Broschüre "Auf dem Weg zur gerechten Schule" (Download als pdf), herausgegeben von der Arbeitsgruppe Bildungsgerechtigkeit der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), steht die Geschichte von Maxi und Marco voran. Beide sind eigentlich gute Schüler - und doch haben sie unterschiedliche Chancen, weil entschieden wurde, dass Maxi ins Gymnasium geht und Marco in die Hauptschule. Und sie kommen aus unterschiedlichen Elternhäusern. Da wird wirksam, dass die Bildung der Eltern die Tendenz der Bildung der Kinder bestimmt. Nur ein Viertel der Kinder, deren Eltern als HilfsarbeiterInnen arbeiten, besuchen die AHS-Oberstufe oder die BHS (24,8%), während dies drei Viertel (74,3%) der Kinder aus Familien tun, deren Eltern hochqualifizierte Tätigkeiten ausüben. Zur Motiviation schreibt die KAÖ: "Tatsächlich leistet das österreichische Schulsystem Beachtenswertes, auch im internationalen Vergleich. Dennoch darf nicht übersehen werden, dass dieses System auch Schattenseiten hat. Zu viele Jugendliche können nach neun Jahren Schulpfl icht nicht richtig lesen und schreiben und sind somit von vielen Bereichen einfach ausgeschlossen. Weiterhin bestimmt die soziale Herkunft die Bildungskarriere. Die Bildungsdefi zite der Herkunftsfamilie der Kinder werden durch die Schule in Österreich nicht behoben, sondern fortgeschrieben. Die Schule erfüllt zu wenig die ihr aufgetragene Kompensationsfunktion. Eine traurige Feststellung: das österreichische Schulsystem ist nicht gerecht. ChristInnen können das nicht so einfach hinnehmen. Auch die sozialen Aspekte der Institution Schule müssen verstärkt in den Blick genommen werden". Die Geschichte von Maxi und Marco und viele andere Fakten wie den Zusammenhang von Armut und Bildung oder die "Produktion" viel zuvieler funktionaler AnalphabetInnen durch die Schule listet die 46-seitige Broschüre in übersichtlicher Form auf. Es wird aber auch den Mythen der leider oftmals undifferenziert geführten Bildungdebatte nachgegangen bis hin zum Mythos der angeblich gerechten Noten, die mehr drüber aussagen, "was im jeweiligen schulischen Umfeld für wichtig erachtet wird und wie sich die Leistungen eines/einer SchülerIn im Vergleich zu dessen/deren unmittelbaren KlassenkollegInnen verhalten" als über das tatsächliche Können der SchülerInnen. Die Katholische Aktion Österreich macht Vorschläge, was denn für Maxi und Marco, aber auch ihre LehrerInnen getan werden kann. Da Schule nicht trennen, sondern zusammenführen soll, wird eine inklusive Schule vorgeschlagen: "Was im Bereich der Volksschule sehr gut funktioniert, soll auch für die Mittelschule angewandt werden: Alle Kinder besuchen einen einzigen, gemeinsamen Schultyp. Die inklusive Pädagogik nimmt alle Kinder, so wie sie sind, in den Blick und geht sowohl von den Bedürfnissen, als auch vom Bedarf aller Kinder aus. In einer inklusiven Klasse treten alle Kinder mit ihren besonderen pädagogischen Bedürfnissen verstärkt in den Blick der Lehrpersonen, einschließlich der Kinder mit besonderen Stärken. Die Unterschiedlichkeit der Kinder gilt dort nicht mehr als abweichend, sondern als normal und willkommen". Warum beschäftigen sich ChristInnen mit Bildungsgerechtigkeit und nicht nur mit religiöser Bildung, dem Religionsunterricht oder konfessionellen Schulen? Religiöse Bildung als Grundbedürfnis und nicht als Luxus kommt auch vor in der Broschüre, aber entscheidend ist für die Katholische Aktion die Frage der Gerechtigkeit. Gerechtigkeit ist eine zentrale Forderung der christlich-jüdischen Tradition - und dabei ist klar: "Gerecht ist nicht, wenn alle dasselbe bekommen, sondern wenn jede/r das bekommt, was er oder sie braucht, um ein gutes Leben zu führen". Wohlhabendere haben mehr Einfluss in der Gesellschaft, die bessere Gesundheit, die höhere Bildung. Und sie leben länger. Das ist ungerecht. Bildung ist ein Schlüssel in diesem System, aber nicht der einzige. Klar ist jedenfalls, dass Bildungsgerechtigkeit eine Aufgabe ist, der dauerhaft nachgekommen werden muss. Und darum steht auch das Kapitel "Bildung" an erster Stelle des Ökumenischen Sozialwortes der christlichen Kirchen in Österreich von 2003, eines der entscheidenden Grundsatzdokumente für ChristInnen, die sich gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen stellen. Die Broschüre "Gerechte Schule" ist eine profunde Präzisierung vieler allgemein gehaltener Positionen im Sozialwort. Wer die Broschüre lieber in Händen hält, kann sie kostenlos als Printprodukt bestellen: Katholische Aktion Österreich, Wien, Tel: 01.51552-3660, Kontaktformular Katholische Aktion Oberösterreich, Linz, Tel: 0732.7610-3411, maria.appenzeller@dioezese-linz.at
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Kurze Internetadressen? | ThemaTisch Blog-Community

[...] sollen, zu beantworten, hier eine kurze Information: Sie dienen dazu URLs wie http://www.thematisch.at/von-maxi-marco-und-dem-weg-zu-einer-gerechten-s... zu verkürzen, um sie praktikabel weiterzugeben, z.B. in Emails oder auf Twitter (wo es ja darauf [...]
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Hannes

Glaubt man den Statistiken, ist unser Bildungssystem gescheitert: x trotz größter finanzieller Aufwendungen produziert es einen Haufen struktureller Analphabeten, x hat vor den integrationspolitischen Herausforderungen längst kapituliert, x wappnet seine Absolventen nur mäßig für den Arbeitsmarkt und x hat das größte Ziel der Sozialpolitik, die soziale Durchlässigkeit, weit verfehlt. Die Trümmer vor denen wir nun stehen, sind die eines staatlichen Bildungssystem. Aber was tun? Die Schulen privatisieren?!
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andrea

@Hannes: Ja, diese strukturellen Defizite der Schulen gibt es - auch wenn ich davon überzeugt bin, dass wir viele engagierte LehrerInnen haben. Es sind eher die Rahmenbedingungen. Diese würden aber durch eine Privatisierung sicher nicht besser, schon gar nicht gerechter, werden. Vielmehr muss unserem Land einfach Bildung wieder mehr wert werden - so wie es die Studierendenbewegung formuliert hat: Vom Kindergarten bis zur Uni. @Michaela: Das ist schon eine schräge Geschichte mit dem Asyl wegen der Schule. Trotzdem kann ich einer allgemeinen Schulpflicht was abgewinnen - sinnvoll wäre es aber sicher, mehr alternative Schulprojekte zu unterstützen, damit Kinder bzw. Eltern auch wählen können.
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Michaela M.

Also vom Gesetz her haben die Eltern das erste Recht auf die Bildung ihrer Kinder. In Österreich wird dieses Recht der Eltern an die Kirche oder an den Staat delegiert. Deswegen gibt es in Österreich Schulen, die von kirchlichen oder staatlichen Trägern geführt werden. Sonst wäre das ja eine Kindsenteignung aus der einen Perspektive und ein Verlust meiner elterlichen Pflicht und Verantwortung aus der anderen Perspektive. Das Asyl-Beispiel zeigt auf kuriose Weise auf, dass die USA jemand Asyl gewähren, dem das Recht auf Ausübung seiner Grundrechte verweigert wird.
d

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Für eine inklusive Schule der 10- bis 14-Jährigen | ThemaTis

[...] wo sie es eben brauchen. Apropos gerecht - ich bin davon überzeugt, dass eine inklusive Schule ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit wäre. Klar, auch diese Schulform löst nicht alle Probleme, aber es wäre doch ein Weg der [...]