Dass Kinderpornograhie wohl das Letzte, das Allerletze, sind, ist keine Frage. Kleine Menschen werden missbraucht und der Missbrauch setzt sich dann durch die Konsumenten fort. Dass dagegen alles Machbare getan werden muss, ist wohl auch keine Frage. Darum ist es auch gut, dass in Österreich nicht nur die Produktion, sondern auch der Konsum von Kinderpornos unter Strafe steht.
Nur was passiert gerade bei uns in Österreich? Im Frühjahr hat der Oberösterreichische Landtag den Bund aufgefordert, Internetsperren gegen Kinderpornos zu errichten (Landtagsbeschluss) und Justizministerin Claudia Bandion-Ortner kann sich das auch vorstellen (aktueller Bericht bei Gerald Bäck im Blog), alles nach deutschem Vorbild, wo trotz Warnungen von ExpertInnen und massiven Protesten diese Internetsperren eingeführt wurden.
Wäre ich mir nicht sicher, das Internetsperren gar nichts nutzen gegen Kinderpornographie, würde ich auch sagen, dass im Interesse der Kinder solche Maßnahmen anzudenken sind. Aber es ist Faktum, dass diese Sperren für Wissende und jene, die es wissen wollen, ziemlich einfach, in ein paar Minuten, zu umgehen sind und darum sinnlos. Darum sind solche Sperrseiten nur wirksam als erster Schritt Richtung Internetzensur, aber nicht gegen Kinderpornographie als solche.
Da hilft nur Löschen statt Sperren! Dass das viel wirksamer ist, wenn es nur konsequent betrieben wird, beweisen auch Beispiele aus dem Ausland. Eine deutsche Kinderrechsorganisation hat einen Tag Arbeit investiert und Mails an 20 Provider geschrieben, die auf der dänischen Sperrliste standen. Dadurch waren 16 Kinderporno-Seiten weg.
Also lässt sich nur mutmaßen, dass hier mit einem Thema, dass - zu Recht - die Gemüter heiss werden lässt, versucht werden soll, Internetzensur durch die Hintertür einzuführen und damit vielleicht sogar noch politisches Kleingeld zu machen. Denn wer ist denn dann der/die Nächste? Unliebsame GewerkschafterInnen, lästige zivilgesellschaftliche Initiativen, politisch aktive BürgerInnen?
Weiterführende Informationen:
Umfangreiches Argumentarium gegen Internetsperren von Michael Eisenriegler
Seite gegen Internetsperren.at
Facebook-Gruppe gegen Internetsperren
Stopline - Meldemöglichkeit von Kinderpornograpie
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Mike