Arbeitsfreier Sonntag

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Wäre Gott Prokrastinierer gewesen ...

Definitiv zum Schmunzeln, dieser Tweet. Mich wundert auch nicht, dass das jemand genau am Montag einfällt. Aber eigentlich bin ich ganz froh, dass Gott kein Prokastrinierer ist, sondern das Gott ganz konkret in der Geschichte der Menschen erfahrbar ist und er/sie mit uns geht.

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Mehr zum Thema Arbeitsfreier Sonntag gibts auf Facebook und bei der Allianz für den Freien Sonntag Österreich.

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EU: Den arbeitsfreien Sonntag gesetzlich verankern!

Press-Poster-Sunday-Confere

Die erste Europäische Konferenz "Schutz des arbeitsfreien Sonntags" fand am 24. März 2010 im Europaparlament in Brüssel statt. Die Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung Deutschland hat davon nun ein feines Video ins Netz gestellt, dass ich euch nicht vorenthalten möchte. Sehr gut ist zusammengefasst, warum der arbeitsfreie Sonntag für ein gutes Zusammenleben so bedeutsam ist und was auf EU-Ebene derzeit dazu passiert.

Konkret geht es den TeilnehmerInnen der Konferenz darum, den arbeitsfreien Sonntag auf EU-Ebene gesetzlich zu verankern, im Rahmen der Arbeitszeitrichtlinie. Mehr Informationen und Stellungnahmen finden sich auf der Website der Allianz für den Freien Sonntag. Wer sich selbst gerne dazu bekennen möchte, dass der arbeitsfreie Sonntag gegen das Diktat der Wirtschaft erhalten
bleiben sollte, kann diese tun, indem er bzw. sie "Fan" auf Facebook wird.  Da gibt es dann auch regelmässige Infos und Diskussionsmöglichkeiten.

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Der 3. März ist der Tag des arbeitsfreien Sonntag

Sonntag

... und ich habe dazu passend dieses wirklich nette Pic entdeckt (Quelle), das zwar aufs Wochenende verweist, aber die Sache doch ganz klar auf den Punkt bringt: Wir brauchen alle miteinander eine Auszeit von Alltag.

Die KAB der Diözese St. Pölten weist in einer Aussendung auf die zunehmende Bedrohung des Sonntags hin und fordert einen EU-weiten Schutz des arbeitsfreien Sonntags. 

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Arbeitsfreier Sonntag: Kein Anlaßfall oder doch Salamitaktik? Zu den Aussagen von Wirtschaftskammerpräsident Leitl

freesunday

In der heutigen OÖ. Krone kritisiert Wirtschaftskammerpräsident Dr. Christoph Leitl in einem Interview den Fastenhirtenbrief von Bischof Schwarz. Ihn erzürnt die Aussage, dass "zunehmende Begehrlichkeiten der Wirtschaft" den arbeitsfreien Sonntag bedrohten. Dafür gebe es keinen aktuellen Anlass. Leitl stehe hinter der Vereinbarung mit dem emeritierten Bischof Aichern, dass "der Sonntag kein Alltag, sondern ein Tag der Ruhe, des Innehaltens und der menschlichen Begegnung" ist.

Sehr geehrter Herr Dr. Leitl, wenn das stimmt, dann frage ich mich ...

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Ich tu was! Ich kaufe nicht am 8. Dezember ein.

Über die Facebook-Seite für den arbeitsfreien Sonntag habe ich hier ja schon berichtet.

Seit einiger Zeit, genauer seitdem die Weihnachtsdekoration in den Geschäften aufgetaucht ist, gibt es eine Facebook-Veranstaltung, die eigentlich eine "Nicht-Veranstaltung" ist: Denn dort wird dazu eingeladen, am 8. Dezember nicht einkaufen zu gehen - und damit bewusst den vorweihnachtlichen Konsumtrubel zu unterbrechen - wie es Rupert K. in einem Kommentar auf Facebook formuliert: "Es gibt genug Tage pro Woche zum Einkaufen, da müss nicht auch noch an einem Feiertag die Geschäfte geöffnet werden!"

Mehr als tausend Menschen haben sich auf Facebook schon gemeldet, am 8. Dezember nicht einkaufen zu gehen. Manchmal gibt es auch negative Rückmeldungen, weil Menschen, die von FreundInnen dazu eingeladen wurden, das Thema egal ist. Die positiven Rückmeldungen überwiegen aber stark. Ilse O. schreibt: "habe noch NIE am 8.Dezember eingekauft! Justamend und aus Überzeugung nicht!", Monika S. verbindet die Veranstaltungsanmeldung mit einer kritischen Frage: "Hej gehts nur mehr um`s konsumieren und rücksichtsloses shoppen? Wir sind doch keine Roboter die funktionieren, Leute denkt´s a bisserl mit!".

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Der arbeitsfreie Sonntag auf Facebook

Der arbeitsfreie Sonntag hat nun auch eine eigene Fanpage auf Facebook, als Initiative von ThemaTisch.at. Aktuell ist dort ein Zitat von Robert Spaemann zu lesen:

"Was kostet uns der Sonntag? Die Frage selbst ist schon der entscheidende Anschlag auf den Sonntag. Der Sonntag ist nämlich gerade dadurch Sonntag, dass er nichts kostet und - im ökonomischen Sinne - nichts bringt. Die Frage, was sein Schutz als arbeitsfreier Tag kostet, setzt nämlich voraus, dass wir gedanklich den Sonntag bereits in einen Arbeitstag erwandelt haben".

Ich weiss, dass es im Internet manchmal recht schnell gehen kann, aber damit hatte ich nicht gerechnet, innerhalb von nicht mal zwei Wochen gibt es mehr als 230 Fans - was sehr erfreulich ist, weil der arbeitsfreie Sonntag und generell die Frage nach geregelten gemeinsamen freien Zeiten ein wichtiges Thema ist. Dahinter steckt letzlich die Frage, ob der Mensch mehr ist als ökonomische Verwertung. Na, wenn das kein Grund ist, Fan des arbeitsfreien Sonntag zu werden ;-)

Der arbeitsfreie Sonntag ist Thema für alle Gliederungen der Katholischen Aktion, aber besonders für die Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung.

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Einkaufen 365/7/24? Tankstellenshops umgehen den arbeitsfreien Sonntag

Heute ist mir eine Werbung ins Haus geflattert: "Täglich frisch von Montag bis Sonntag. Lebensmittel zu Supermarktpreisen". Das gibt es im Tankstellenshop in der Linzer Innenstadt von 0 - 24 Uhr, rund um die Uhr, als Kooperation der Handelkette Spar mit einer Tankstellenkette.

Spar ist auch damit bekannt geworden, dass sie die Filiale am Linzer Hauptbahnhof Sonntag offen halten wollten. Sie sind aber an einem breiten Bündnis von Gewerkschaften, Kirchen und anderen zivilgesellschaften Organisationen gescheitert, der Allianz für den freien Sonntag. Also werden offenbar neue Strategien entwickelt, um das Verbot der Sonntagsöffnung zu umgehen und noch dazu rund um die Uhr offen zu halten. Denn längst gibt es in den Tankstellenshops mehr als Reiseproviant und die Shop-Flächen werden immer größer. An sechs Tankstellen in Linz, Salzburg und Graz richten Spar und die Welser Doppler-Gruppe „Spar express Tankstellenshops“ mit 1500 Artikeln ein (OÖN).


im Bild: Hans Gruber (KAB), Margit Hauft (KA), Hans Kaliauer (AK).

Spar ist aber nicht alleine, schon seit 2007 gibt es Tankstellenshops der US-Gruppe ConocoPhillips in Kooperation mit der Handelskette Billa (OÖN). Spar toppt dieses Konzept nun damit, dass die Lebensmittel zu Supermarktpreisen angeboten werden und damit auch kein preislicher Unterschied mehr besteht zum Einkaufen zu den normalen Öffnungszeiten, die ja sowieso nicht gerade wenige sind, am Samstag bis 18.00 Uhr Einkaufen ist schon lange Alltag geworden.

Gehts nicht direkt, haben sich die Handelsketten offenbar für den Umweg entschieden. Ähnliche Wege gehen auch die Bäckereien: Immer mehr kombinieren das Geschäft mit einem Cafe und dürfen so Sonntag offenhalten. Das Ergebnis ist das gleiche: Der gemeinsame freie Tag, der Sonntag, wird ausgehöhlt und MitarbeiterInnen werden zu Arbeitszeiten genötigt, die auf Dauer zerstörerisch auf das Zusammenleben und auch die eigene Gesundheit wirken. Das ist wohl gerade angesichts der Wirtschaftskrise besonders brisant, denn Angestellte, die so nicht arbeiten wollen, sind schnell ersetzt. Ein Anruf beim AMS genügt. Also braucht es generelle Regelungen, denn der/die Einzelne hat da oftmals nicht viel Chance.

Niemand kann mir ernsthaft erzählen, dass Einkaufen 365/24/7 wirklich notwendig ist - und eigentlich bezweifle ich das auch mit dem Tanken. Es gibt ja doch sowieso Selbstbedienungstankstellen, die mit Bankomatkarte funktionieren. Was anderes sind Arbeitsplätze z.B. im Krankenhaus - ja, da ist Arbeit 365/24/7 notwendig - aber sicher nicht dort, wo der Gang zur Nachbarin ausreicht, wenn ich wirklich mal vergessen habe sollte, für den Sonntag genügend Milch einzukaufen, oder spontan einen Kuchen machen will und nicht genügend Eier da sind.

"Der Sabbat wurde für den Menschen geschaffen" Markus-Evangelium 2,27

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