Beziehung

Umarmen! Mehr davon!

Gerade wurde ich auf Facebook zum internationalen Umarmungstag am 22. März 2010 eingeladen und habe auch zugesagt wie derzeit über 12.000 andere Menschen auch - eine sympathische Idee wie auch der Jogginghosentag, eine Facebook-Aktion über die wir gestern auch bei einem ThemaTisch-Meeting mit einen Grinsen im Gesicht geplaudert haben.

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Dieser Umarmungstag ist aber etwas mehr, denn er zielt nicht nur auf ein gemütliches Outfit ab (und vielleicht das Zuhausebleiben und damit die Konsumverweigerung), sondern damit ist eine entscheidende Beziehungsdimension angesprochen: Wie oft nehmen wir uns wirklich Zeit, uns nahen Menschen zu zeigen, wie wichtig sie uns sind? Wie viele Nähe ist in unserem Alltag möglich?

Ähnliche Fragen eröffnet auch die weltweite Free Hug Bewegung. Da stellen sich Menschen mit einem Schild auf die Strasse und bieten kostenlose Umarmungen an - für alle, die das mögen. Jede/r kann, niemand muss. Ich habe das das erste Mal in London im Hyde Park erlebt (siehe Foto) und auch genutzt (leider kein Foto gemacht). Aber auch in Linz habe ich schon Kostenlose-UmarmerInnen in der Landstrasse gesichtet.

Ich weiss nicht, ob ich das selbst anbieten würde, aber es gefällt mir. Es ist ein Statement gegen schnelles Vorbeigehen, gegen die Kommerzialisierung aller Lebensbereiche - und lädt ein, die eigene Bezogenheit zu unseren Mitmenschen zu überdenken. Mehr davon! 

Organisationen und Kampagnen auf Facebook: Fanseiten, Gruppen oder normale Profile?

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Ich mache derzeit bei meiner Aufgabe in der Katholischen Aktion und darüber hinaus die Erfahrung, dass viele überlegen für eine Organisation oder eine Kampagene "etwas" auf Facebook zu machen. Mehr als 1,2 Mio. UserInnen sprechen für sich.

Das Interesse an Facebook ist auch gut so: Gerade um mit Menschen, die nicht sowieso jeden Tag Kontakt mit der Kirche haben, in Kommunikation zu kommen, eignet sich Facebook sehr gut - dann wenn die MacherInnen auch wirklich Lust und Interesse haben aktiv mit InternetuserInnen zu interagieren. Dabei stellt sich schnell dann die Frage, ob eine Fanseite, Gruppe oder ein "normales" Profil angelegt werden soll.

Ein "normales" Profil, also die Anmeldung eigentlich als Person unter dem Namen einer Organisation oder Kampagne kann ich definitiv nicht empfehlen. Facebook sieht das in seinen Nutzungsbedingungen nicht vor und ich habe schon davon gehört, dass solche Profile von einem Tag auf den anderen gelöscht wurden.

Also bleibt die Frage: Fanseite oder Gruppe? Die Antwort: Es kommt darauf an.

Fans für die Ökumene gesucht!

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Seit einigen Wochen gibt es eine eigene Facebook-Fanseite für die Ökumene - gerade passend zur aktuellen Weltgebetswoche für die Einheit der Christinnen und Christen. Dort gibt es regelmässige Infos und Interessantes zum Thema und die Möglichkeit sich auszutauschen. Derzeit sind es 238 Fans, aber ich habe den Eindruck es werden täglich mehr. Gut so - denn die Zusammenarbeit der christlichen Kirchen kann jede Ermutigung gut brauchen. Join us! 

Foto: bogenfreund

Ungewöhnliche Wege

Foto: Ferdinand Kainder

Ferdinand Kainder startet Anfang Februar seinen neue Arbeit als Leiter der Citypastoral und Koordinator der Region Linz für die Katholische Kirche. Er GEHT das in ungewöhnlicher Weise an: Mit STADT_pilgern. Ab Donnerstag, 21. Jänner, wird er 10 Tage lang die 46 Pfarren und pastoralen Knotenpunkte, mit denen er künftig zusammenarbeiten wird, erGEHEN. In Gesprächen mit den MitarbeiterInnen vor Ort und bei zufälligen Begegnungen will er "eintauchen" in die lokalen Gegebenheiten. Seine Erfahrungen bloggt er täglich auf http://kaineder.wordpress.com/, wie er es auch schon während seiner Pilgerreise nach Assisi getan hat (dazu auf ThemaTisch). 

Ich bin zwar keine, die es gross mit dem Gehen und Wandern hat, aber diese Idee finde ich eine richtig Gute. Vor Ort lässt sich vermutlich mehr über die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen an die Kirche herausfinden als nur in Sitzungen oder übers Lesen sachlicher Studien. Die Kirche ist für die Menschen da.

Wir sollten für alte Menschen da sein – so lange sie da sind.

Die Langfassung des Videos mit 107 Minuten findet sich im neuen Blog der Caritas Deutschland Experten fürs Leben. Dort gibt es 52 Wochen lang Beiträge verschiedener AutorInnen zu den Seiten des Lebens im Alter.

Via Sirrobyn und Mitten am Rand.

Ehre, wem Ehre gebührt

Menschen vor den Vorhang holen, die sonst wenig im Rampenlicht stehen - das tut der Solidaritätspreis der Linzer Kirchenzeitung, der Menschen und Gruppen ehrt, die sich durch besonders richtungsweisendes solidarisches Handeln auszeichnen. Noch bis 15. Februar können Vorschläge online wie offline eingereicht werden. Dotiert ist der Preis mit ingesamt € 18.000.-

"Es geht um mehr Menschlichkeit, um mehr Miteinander von In- und Ausländer/innen, von Jung und Alt, von behinderten und nicht-behinderten Menschen, von Natur und Umwelt, von Gesunden und Kranken, von Stadt und Land oder von Industrie- und Entwicklungsländern".

Beim Blick auf die PreisträgerInnen der Vorjahre wird deutlich, dass dieser Preis dem eigenen Anliegen mehr als gerecht wird und einen wertvollen Beitrag dazu leistet, den Fokus der Ehrwürdigkeit dorthin zu verschieben, wo er hingehört: Auf engagierte Menschen, die sich für Gerechtigkeit, Solidarität und Nachhaltigkeit stark machen - im Kleinen wie im Grossen.

Ob dieses Jahr wohl auch Online-Projekte dabei sein werden?

Spielerische Beziehungen

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Beziehung. Online. Offline. Miteinander verwoben.
Ohne Beziehungen können Menschen nicht leben.

Ein neues mediaARTprojekt SPIELderBEZIEHUNG wurde am 7. Jänner 2010 im Bildungshaus St. Virgil in Salzburg präsentiert, welches Beziehung in kreativer Weise thematisiert. Tweets, die das Stichwort "Beziehung" enthalten, werden mittels eines in eine eiserne Installation eingebauten Monitors in den realen Raum gebracht, es wird getwittert, gefacebooked und gebloggt. Die Installation wird von St. Virgil aus an weitere Orte weiterwandern. Das Projekt wurde jennycolombo.com im Auftrag der Katholischen Aktion / Forum Beziehung, Ehe und Familie realisiert.

Das Geschenk des Alltags

Den Alltag haben bereits viele für sich als spirituelle Quelle und Übungsfeld entdeckt. Auch mich fasziniert die Achtsamkeit auf das Alltägliche. Aber was heißt das? Für mich ist das nicht der Anspruch, das Banale zu perfektionieren, um das Alltägliche erst wieder zu etwas Besonderem zu machen. Achtsam zu sein auf den Alltag heißt für mich, die täglich wiederkehrenden Augenblicke, Bewegungen, Handlungen, Wortwechsel usw. nicht gering zu bewerten. Warum? Weil sich das Leben zu einem Großteil im ganz normalen Tagesablauf abspielt. Und wenn ich glaube, dass ich wert bin, zu leben, dann verstehe ich mein Dasein als Geschenk. Und über Geschenke freue ich mich, ich betrachte sie, bewundere sie vielleicht, oder ich ärgere mich auch darüber.

Jeden Tag stehe ich auf. Jeden Tag gehe ich schlafen. Ich esse, trinke, rede, schweige. Gewisse Dinge wiederholen sich an jedem normalen Tag. Und trotzdem sind sie jeden Tag ein bisschen anders oder ganz anders. Darin liegt ein gewisser Reiz, der die Tage auf eine ganz besondere Weise erfüllt und bis zu einem gewissen Grad auch erfüllend sein lässt. Noch reizvoller wird diese achtsame Betrachtung des Alltags, wenn ich den Blick auch immer wieder von mir selbst wegwende, um die Menschen in meiner näheren Umgebung bewusst wahrzunehmen. Manche Menschen sehe ich fast jeden Tag. Meine Frau, meinen Mann, meine Arbeitkolleginnen und –kollegen, vielleicht die Postbotin oder den Verkäufer im Supermarkt. Ich stelle mir Fragen wie „Woran denkt dieser Mensch gerade?“ oder „Was wird wohl der Grund für ihre gute Laune an diesem Tag sein?“.

Der Knalleffekt und seine Nebenwirkungen

Alljährlich knallt es wieder, Hunde verstecken sich unterm Sofa und hohe Geldsummen werden in den Himmel geschossen, um für wenige Minuten bestaunt zu werden. Ja, Sylvesterabend und das obligatorische Feuerwerk zum neuen Jahr.

Die Feuerwerksindustrie ist eine Industrie der Armen - darauf weisst Jugend eine Welt hin. "Der größte Feuerwerksproduzent weltweit ist China, gefolgt von Indien und einigen Staaten in Mittel- und Südamerika wie Peru, Guatemala und El Salvador. Meist erfolgt die Herstellung der Feuerwerkskörper unter schrecklichen Bedingungen. Bestimmungen, die den Umgang mit den gefährlichen und gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen der Knaller und Raketen - wie Schwarzpulver - regeln sollen, existieren häufig nicht oder werden missachtet. Die bei der Produktion von Feuerwerkskörpern eingesetzten Chemikalien führen in vielen Fällen zu massiven gesundheitlichen Schäden, wie chronischer Bronchitis, Tuberkulose und Missbildungen der Haut. Hinzu kommt das ständige Risiko von Feuer und Explosionen - nicht selten kommen ArbeiterInnen dabei ums Leben." Auch Kinder arbeiten an der Produktion der Feuerwerkskörper mit: "Kinderleid mit Knalleffekt".

Einen Alternativvorschlag hat die Katholische Jugend: Mit der Aktion Brot statt Böller wird dazu eingeladen, den Jahreswechsel solidarisch zu feiern, auf den rasch vergänglichen Knalleffekt zu verzichten und statt dessen nachhaltige Projekte im Süden zu unterstützen, dieses Jahr die Tribal and Dalit Women's Development Society in Tamil Nadu, Südindien.

"Ihr Kind ist leider gestorben"

Der bekannte Regisseur Kurt Palm schreibt im Standard sehr berührend über seinen toten Sohn, das Thema Totgeburt, das Medizinsystem, die Behörden und die gesellschaftliche Verdrängung der Trauer. "Valentin ist am 11. November gestorben und am 14. November geboren".

Beigesetzt wurde Valentin am Linzer-Barbarafriedhof. Die Krankenhausseelsorge an der Frauen- und Kinderklinik in Linz, die diese Bestattungsmöglichkeit initiert hat, bietet Begleitung und Informationen an. Eine solche Möglichkeit gibt es auch in Wels.

Ingrid Koller von der Aktion Leben Oberösterreich hat mich auf den interessanten Beitrag von Kurt Palm hingewiesen.

Foto: Das graue Schaf

Mundpropaganda via Facebook

Facebook again. Stephan Bazalka, einer der Bundesvorsitzenden der Katholischen Jugend, schreibt im KJ-Weblog einen hervorgagenden Text darüber, was Facebook für eine Jugendgruppe bringt. Sehr zur empfehlen - nicht nur für Jugendgruppen ;-)

EinsteigerInnen in Facebook habe ich neuerdings schon mal ein E-Book ans Herz gelegt.

Zuerst Update des Facebook-Status, dann erst Kuss für die Braut

Manch skurille Geschichte produziert das Web 2.0 auch. Der Software-Entwickler Dana Hanna hat geheiratet und bevor er die Braut küßte, wurde noch schnell getwittert und der Facebook-Status auf "married" (verheiratet) umgestellt.

Sowas finde ich wirklich übertrieben, hier unterbrechen die Web 2.0 Aktivitäten einen rituellen Akt, der auf Beziehung ausgerichtet ist - da kommt die Beziehung zu kurz, die Hinwendung gilt da mehr dem Handy und der Online-Community. Vielleicht ein guter Marketing, Gag - aber zum falschen Zeitpunkt.

Im englischsprachigen Blog Oddie finden sich noch mehr solche merkwürdigen Facebook-Geschichten. So fand eine Frau ihr gestohlenens Facebook-Foto an einer Plakatwand in Tschechien wieder - aber es gibt auch schöne Geschichten: Ein entführtes Kind wurde nach 22 Jahren über Facebook wiedergefunden, in den USA fand sich ein Paar mit gleichem Vor- und Nachnamen über Facebook und hat geheiratet.

Süßer die Kassen nie klingen, ...

allzu der Weihnachtszeit. Wer in den vergangenen Tagen und Wochen den Postkasten geöffnet hat, wird überschwemmt von einer Flut an Advent und Weihnachtsprospekten. Sobald das Fest Allerheiligen und Allerseelen vorbei ist beginnt das große Rennen ums Weihnachtsgeschäft. „Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s den Menschen gut!“ dieses geflügelte Wort eines österreichischen Politikers klingt da in meinem Ohr. Auf dem Hintergrund dieses Satzes wirkt es schon etwas eigenartig, wenn große Konzerne Milliardengewinne einfahren und gleichzeitig Mitarbeiter dieser Unternehmen ihre Jobs verlieren. Dabei ist anzumerken, dass eine solche Entwicklung keine Neue ist. Seit Menschen wirtschaften gibt es den Drang immer mehr haben zu wollen. Bereits im alten Testament im Buch des Propheten Amos wird auf dieses Problem hingewiesen, dort heißt es: „Ihr sagt wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen die Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen.“ (Amos 8,5)

Dürfen PolitkerInnen nicht auf Urlaub fahren? Zur Neiddebatte

Vizekanzler Josef Pröll macht von 28. November bis 8. Dezember Urlaub in Mauritius. Dies hat in den Medien und bei anderen PolitikerInnen heftige Kritik ausgelöst, denn er wäre zu einer parlamentarischen Sondersitzung geladen und hat sich entschuldigen lassen.

Ich denke man/frau kann durchaus unterschiedlicher Meinung über PolitikerInnen sein und auch über das abrupte Abdrehen des parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Spitzelaffäre, aber irgendwie frage ich mich da, ob PolitikerInnen denn eigentlich gar kein Recht auf Urlaub haben? Natürlich kann eingewendet werden, warum er gerade jetzt weg fährt, doch diese Frage stellt sich im PolitikerInnenalltag vermutlich ständig. In unguter Erinnnerung habe ich auch noch die Diskussionen, als der damalige Bundeskanzler Alfred Gusenbauer seinen Urlaub beim Hochwasser nicht sofort auf die Stunde unterbrochen hat - als ob er die richtige Ausbildung gehabt hätte, um Dämme zu errichten oder so.

Ich wünsche mir PolitikerInnen mit Weitblick, die bereit sind Verantwortung zu übernehmen. Um das erfüllen zu können, brauchen sie genauso wie alle anderen Menschen auch einmal eine Auszeit. Jeden Sommer kann ich über die Boulevard-Presse erfahren, wer denn wo hin auf Urlaub fährt - hier wird eine Neiddebatte geführt, die eigentlich am Ziel vorbei geht.

Facebook für Beginners

Mir gehts wie Annette Schwindt, ich werde auch regelmässig gefragt, wie denn das mit den Fotos auf Facebook geht oder wie eine Veranstaltung erstellt wird. Da Annette Schwindt ein wirklich empfehlenswertes E-Book für EinsteigerInnen in Facebook online gestellt hat, kann ich mir jetzt sparen, selbst so etwas zu verfassen, sondern ich verlinke das hier nun einfach - verbunden mit einer Empfehlung für ihr Blog, das allerlei weitere Informationen zum Thema bietet. Das E-Book wurde bereits mehr als 5000 Mal heruntergeladen - na, wenn das keine Empfehlung ist ;-)

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