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Leben

"Sie befinden sich noch immer auf der schnellsten Route ..."

…tönte es aus unserem Navi, obwohl wir bereits eine halbe Stunde im Stau steckten. Irgendwann konnten wir es dann nicht mehr hören und ich hab kurzerhand den Ton abgeschaltet. Der Ärger Teil des Staus zu seins war schon groß genug und die unentwegte Ansage des Navis verstärket ihn nur. Im Nachhinein betrachtet war der Ärger völlig unangebracht, denn wir hatten keine Zeitvorgabe um den Zielort zu erreichen, nur jene des Navis. Nicht wenig von uns führen ein Leben auf der schnellsten Route und überprüfen auch immer wieder ob es auch noch die schnellste Route ist, denn sonst geht  es geradewegs auf die Überholspur.

Das Leben lernt von mir!

Wenn PhilosophInnen, großteils erwachsen, Erfahrungen austauschen, dann kann es schon einmal vorkommen, dass der subsumierende Satz fällt: „Wir lernen vom Leben“. Neulich, bei einem adventlichen Morgenlob mit Jugendlichen, fiel beim anschließenden Frühstück der Satz: „Das Leben lernt von mir!“ Dieser Gedanke hat mich nicht mehr losgelassen. In diesen Worten eines 17-jährigen steckt sehr viel. Ich finde ihn höchst genial. Diese Einstellung zeugt von Vitalität, Kreativität, Selbstbewusstsein und Intelligenz. Denn wer daran glaubt, der weiß, dass er/sie einzigartig ist. Das tut gut. Wer vom Leben lernt, ist weise. Wer aber sagt, „Das Leben lernt von mir“, der/die hat viel mehr begriffen. Vor allem, dass er/sie unvertretbar, gewollt und geliebt dem Leben eine Richtung gibt. Dieses Selbstverständnis vereinfacht und ermöglicht vieles. Ich bin diesem jungen Mann sehr dankbar, dass er mich an meine christliche Grundberufung erinnert hat: Auch (!) als Einzelner gebe ich dem Leben und der Welt eine Richtung. Das ist in erster Linie eine Zusage, aber dann auch eine Aufgabe: Gib dem / deinem Leben eine Richtung! Lebe! Jetzt!