Atheismus

"Wozu Gott?" in Diskussion

Der hessische Rundfunk startet am 31. Oktober eine neue Sendereihe, das Funkkolleg Religion und Gesellschaft, netterweise begleitet von einer Menge Web2.0 Aktivitäten.

Schon vor einigen Wochen hat eine Eröffnungsveranstaltung stattgefunden, wo der Philosoph und Religionskritiker Herbert Schnädelbach und der Berliner Medienwissenschaftler und Philosoph Norbert Bolz miteinander diskutierten - Thema: "Wozu Gott?". Ich finde, die Diskussion ist in einer Form, die ähnlich substanziell ist wie manche Diskussionrunden im kreuz&quer Philosophicum im ORF. Ein Highlight des öffentlich-rechtlichen Rundfunks! Gemeinsam haben beide Sendungsformate, dass sie wohl leider nichts von einer gleichberechtigten Beteiligung von Frauen halten. Naja, kann ja noch werden. Trotzdem eine schwere Empfehlung für alle, die Lust auf inhaltlich tiefgehendes Internetfernsehen und kontroversielle, interessante Diskussionen haben.

Diskussionsanregung über Gott: Die Buskampagne, in Österreich auf Plakaten

Seit kurzem gibt es die sogenannte Buskampagne auch in Österreich. Weil die Wiener Linien diese Werbung mit dem Slogan "Es gibt keinen Gott" abgelehnt haben, findet sich diese Kampagne mittels Plakaten nun im öffentlichen Raum. Die Kampagne ging von England aus und ist in mehreren europäischen Ländern präsent. Interessant ist, dass der ursprüngliche Slogan "There is probably no God" bei uns ohne "probably", deutsch "vielleicht", aufscheint.

Der ORF-Report berichtete am 21. Juli 2009:

Ich schließe mich dem Pastoraltheologen Paul Michael Zulehner an, der diese Kampagne positiv sieht, denn sie regt dazu an, dass öffentlich über Gott und die Bedeutung von Gott diskutiert wird. Dass die Katholische Kirche so eine Kampagne finanzieren sollte, würde ich aber dann doch nicht gleich meinen. Sicher hat auch Kardinal Schönborn recht, wenn er anmerkt, dass die Kampagne auf den Plakaten wenig inhaltliche Argumente bringt. Das ist aber natürlich auch der Logik des Mediums geschuldet. Vielleicht ist ja auch gerade die Offenheit das Spannende und Diskussionsanregende dabei. Denn liest man/frau bei den Buskampagnen-Menschen in deren Blogs nach, kommt das Gefühl auf, dass sie sowieso keine wirklich neuen Argumente der Religionskritik bringen, sondern eher einen schalen, oft undifferenzierten Abklatsch dessen, was Ludwig Feuerbach und andere schon vor vielen Jahren geschrieben haben.

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