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Entwicklungspolitik

3.000 Kinderleben, 10.314 Briefe, 93 Antworten

Logo 3.000 Kinderleben

3.000 Kinderleben könnten gerettet werden, wenn die österreichische Entwicklungshilfe nicht gekürzt würde - was derzeit aber geplant ist. Entwicklungspolitische Organisationen treten auf und fordern Alternativen. Das ist bitter nötig: 

Mit jenen 83 Mio. Euro, die Österreich innerhalb der nächsten vier Jahre bei der Entwicklungshilfe einsparen will, wäre es möglich, für 900.000 Menschen in den ärmsten Ländern der Erde nachhaltig Ernährung zu sichern und damit Zukunftsperspektiven zu geben. Dadurch würden 3000 Kinder weniger an den Folgen von Hunger und Unterernährung sterben.

Neun Millionen Euro sind im Kontext der Armutsbekämpfung eine enorme Summe, mit der man viel bewirken kann: Mit diesem Betrag können beispielsweise 41.650 NicaraguanerInnen in der Autonomen Atlantikregion mit Trinkwasser versorgt werden oder 300.000 PatientInnen am grauen Star operiert oder 400.000 KenianerInnen über HIV/Aids aufgeklärt werden – Maßnahmen, die das Leben von Menschen in Armut wesentlich und nachhaltig verbessern.“ Jeder Euro in der Entwicklungshilfe kann Leben retten und darf nicht eingespart werden!

10.314 Briefe an Abgeordnete wurden über die auch von ganz vielen kirchlichen Organisationen mitgetragende Aktion 3.000 Kinderleben schon verschickt. Gefordert wird darin konkret eine Zweckwidmung der Ticketabgabe für Flüge für die Entwicklungshilfe. 93 Antworten der politischen EntscheidungsträgerInnen gibt es schon.

Ein subversiver Erzbischof

Von Erzbischof Oscar Arnulfo Romero aus El Salvador war hier vor kurzem schon mal die Rede. Denn die Katholische Männerbewegung nennt ihren Preis für entwicklungspolitische Projekt nach ihm. Zu Recht, denn auch 30 Jahre nach seiner Ermordung - während der Messe am Altar -  ist er eine herausragende Gestalt. Ursprünglich sehr konservativ, hat Oscar Romero ausgehend vom der Botschaft Jesu und konfrontiert mit der Armut und Ungerechtigkeit im Land eine radikale Wende hin zu deutlichem politischen Auftreten gegen das Unrecht vollzogen und das schlussendlich mit dem Leben bezahlt.

Via Stefan Silber bin ich auf ein interessantes Zeitdokument aufmerksam geworden: Der Film "El Salvador – Der Erzbischof ist subversiv" wurde vor 30 Jahren vom Schweizer Fernsehen produziert. Nicht nur für "Romero-Fans" sehenswert! Falls der Film zu langsam lädt, hier gehts lang zum Videoportal.


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Der Knalleffekt und seine Nebenwirkungen

Alljährlich knallt es wieder, Hunde verstecken sich unterm Sofa und hohe Geldsummen werden in den Himmel geschossen, um für wenige Minuten bestaunt zu werden. Ja, Sylvesterabend und das obligatorische Feuerwerk zum neuen Jahr. Die Feuerwerksindustrie ist eine Industrie der Armen - darauf weisst Jugend eine Welt hin. "Der größte Feuerwerksproduzent weltweit ist China, gefolgt von Indien und einigen Staaten in Mittel- und Südamerika wie Peru, Guatemala und El Salvador. Meist erfolgt die Herstellung der Feuerwerkskörper unter schrecklichen Bedingungen. Bestimmungen, die den Umgang mit den gefährlichen und gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen der Knaller und Raketen - wie Schwarzpulver - regeln sollen, existieren häufig nicht oder werden missachtet. Die bei der Produktion von Feuerwerkskörpern eingesetzten Chemikalien führen in vielen Fällen zu massiven gesundheitlichen Schäden, wie chronischer Bronchitis, Tuberkulose und Missbildungen der Haut. Hinzu kommt das ständige Risiko von Feuer und Explosionen - nicht selten kommen ArbeiterInnen dabei ums Leben." Auch Kinder arbeiten an der Produktion der Feuerwerkskörper mit: "Kinderleid mit Knalleffekt". Einen Alternativvorschlag hat die Katholische Jugend: Mit der Aktion Brot statt Böller wird dazu eingeladen, den Jahreswechsel solidarisch zu feiern, auf den rasch vergänglichen Knalleffekt zu verzichten und statt dessen nachhaltige Projekte im Süden zu unterstützen, dieses Jahr die Tribal and Dalit Women's Development Society in Tamil Nadu, Südindien.

Aktionistisch gegen den Klimawandel und für Gerechtigkeit weltweit

Vor ein paar Tagen hat eine ORF-Moderatorin Kardinal Schönborn als aktionistisch bezeichnet, weil er die Kampagne "Klima fair bessern" unterschrieben hat. Das hat mich zum Schmunzeln gebracht, weil es doch etwas übertrieben ist, eine Unterschrift so zu nennen. "Aktionistisch" passt besser zur gesamten Kampagne "Klima fair bessern" - so werden am 13. Dezember 2009 um 15.00 Uhr international die Glocken läuten für ein gerechtes Klima. 20.000 Menschen haben die Petition anlässlich der Klimakonferenz in Kopenhagen schon unterstützt, aktionistisch hin oder her. Wer noch nicht unterschrieben hat, kann das hier tun. Am besten sofort!

Ein Pflänzchen für ein "gerechtes" Klima

Eine Kampagne der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission lädt dazu ein, eine Pflanze als Symbol für ein gerechtes Klima zu setzen. Denn der Klimawandel trifft jene am härtesten, die ihn am wenigsten verursacht haben, die Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern. 13.290 Menschen haben das bis heute bereits getan und sich damit selbst verpflichtet, die eigenen Möglichkeiten für mehr soziale Gerechtigkeit und gegen ökologische Rücksichtslogikeit zu nutzen und gleichzeitig eine Petition unterzeichnet, die eine Fortsetzung des Kyoto-Protokolls nach 2012 fordert. Alle Infos zur Kampagne Klima-fair-bessern unter http://www.klimafairbessern.koo.at/, beteiligt sind da u.a. die Katholische Jugend und die Katholische Frauenbewegung. Welchen "ökologischen Fußabdruck" unser persönlicher Lebensstil verursacht, lässt sich z.B. beim WWF nachrechnen, sehr interessant, was da alles gefragt ist.