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Nationalsozialismus

Der Tag der Mütterideologie

Am Sonntag ist wieder Muttertag. Für mich ein ganz ambivalenter Tag. Ich habe selbst keine Kinder, also nur Bezug zu diesem Tag, dass ich jedenfalls meine Mutter anrufe, wenn es irgendwie geht, treffe und sie auch ein kleines Geschenk bekommt. Wenn es passt, wird sie von mir bekocht - das aber sowieso öfter im Jahr, dafür braucht es keinen Anlass, genausowenig wie bei vielen anderen Alltäglichkeiten und auch Nicht-Alltäglichkeiten in unserer Beziehung. 

Irgendwie geht es bei den unterschiedlichen Zugängen zum Muttertag, darum, ob es wirklich diesen Anlass braucht, danke zu sagen. Da meine ich, wie auch Sonja Riha in der Linzer Kirchenzeitung, dass der Tag zum Alibi verkommt, wenn da sonst nichts ist an Aufmerksamkeit. Aber genauso wie beim Valentinstag lassen sich da schon auch positive Anknüpfungen finden, vielleicht braucht es auch solche Tage, um gerade dann, wenn Mutter und Tochter wie in meinem Fall 100 km voneinander entfernt leben, die Beziehung wieder mal zu pflegen. Neue, reflektierte Formen wären aber dazu nötig, denn wie Wilma Steinbacher im gleichen Beitrag in der Linzer Kirchenzeitung anmerkt, verkommt der Muttertag immer mehr zum "Fest des Profits".

Nicht im Mainstream mitmachen

Viele kennen den Film "Hasenjagd - Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen" von Regisseur Andreas Gruber. Er berichtet über den Ausbruchsversuch von fast 500 sowjetischen Kriegsgefangenen aus dem KZ Mauthausen und der anschließenden "Jagd" auf sie. Doch es gab auch andere, wenige Andere, die den Entflohnen zu essen gaben oer sie versteckten. Einer von ihnen war Alfred Langthaler, die vor wenigen Tagen 85-jährig verstorben ist. Im Bericht in den OÖN wird deutlich, was es für ihn und seine Familie bedeutet hat, nicht im Mainstream der Menschenjagd mitzumachen, sondern zwei Männer am Heuboden des Bauernhofes zu verstecken. Solche Menschen brauchen wir auch heute genauso! Der Film "Hasenjagd" kann übrigens im Medienverleih der Diözese Linz ausgeborgt werden.