Ausweg liegt in der breiten bischöflichen Beauftragung für die (sakramentale) Arbeit in den Pfarrgemeinschaften
Die Forderungen der Pfarrer-Initiative stehen unter der Headline „Ungehorsam“. Dieses Wort und eine solche aufrechte Haltung ist für die derzeitige römische Hierarchie ein absolutes „NO-GO“! Ich will hier gar nicht philosophieren über das Faktum der „Selbstbestimmung“. Die Gesellschaft bräuchte heute viel mehr Ungehorsam gegenüber „Mainstreams“ mit menschen- und schöpfungsverachtenden Folgen.
Rom wird keine der Forderung der Pfarrer-Initiative in allernächster Zeit erfüllen. Die Bischöfe sind dem absoluten Gehorsam verpflichtet. Ein starr-hierarchisches Kommunikationssystem hält die Bischöfe in Schach. Wer den Kopf hebt, hat ihn verloren.
Alle befinden sich in einer Sackgasse, die sie selbst als solche nicht so sehen wollen und können.
Deshalb sehe ich einen gangbaren Ausweg, Kompromiss, der für beide kurzfristig gangbar sein müsste, um die Seelsorge in den Pfarrgemeinschaften erhalten zu können:
1.Die Forderungen der Pfarrer-Initiative bleiben weiter aufrecht und bieten die mittelfristige Perspektive.
Das Evangelium "freischaufeln" - vor allem in der Kirche selber
Zwei ganz interessante Meldungen sind mir in den letzten Stunden zugefallen. Die erste: “ Auch wenn kirchliche Interpreten noch so oft den Zusammenhang von Säkularisierung und Moralverfall beschwören mögen – empirisch gibt es dafür keinen Beleg,“ betonte der Religionssoziologe und Leiter des Erfurter Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien Prof. Hans Joas bei einer Tagung am 11./12. Oktober zum Thema „Wie wird der Glaube glaubwürdig?“ an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz: „Auch die These, dass Säkularisierung als komplexer Prozess der Zurückdrängung der Religion und ihres Geltungsanspruchs aus dem öffentlichen Raum mit einem Niedergang der Religion an sich führe, gilt laut Joas als nicht mehr haltbar.“
Den Blick auf die Anliegen der Menschen vor Ort bei den Verantwortlichen einfordern
In der KirchenZeitung ( http://bit.ly/a3QaRh ) hat Franz Wild als neu gewählter Generaldechant im Interview mit Matthäus Fellinger ein paar anstehende Herausforderungen der Diözese Linz angesprochen. Im ganzen Interview ist das Bemühen spürbar, die Pole immer wieder in Verbindung zu bringen und den Blick der heute Verantwortlichen nach unten zu lenken: „Die Gefahr ist groß, dass der Blick auf die Fragen der Menschen vor Ort nicht immer so gut gelingt von denen, die zu entscheiden haben.“ Hier kann ich ihm ganz und gar folgen und auch meine Erfahrung ist, dass einige Entscheidungen im Zukunftsprozess der Diözese ohne den genauen Blick auf die konkreten Menschen in den Pfarren und den pastoralen Knotenpunkten passieren (werden).
Blockade, Ohnmacht und Angst - und Franz Jägerstätter
Es gibt eine coole Kirche der Jugend
PGR-Kongress: Vorbereitungen von verschiedenen Seiten. Es geht um die Zukunft der Pfarren.
Überlegungen und Forderungen stehen schon im Raum
Gerade heute, am Muttertag, wurde für die Mutter Kirche ein umfassendes Dossier in den digitalen Raum gestellt. Der Textentwurf 1 für ein Leitpapier. Nachzulesen auf http://www.kkirche.at unter http://bit.ly/bsCbMA . Es geht um Glauben, Hoffnung und Liebe. Um die Zukunft der Kirche und die Offenheit auf die heutigen Menschen hin. Angesprochen werden auch alle Fragen, wo der Mensch heute „ansteht“. Gerechtigkeit, Ökologie, Familien,…. Aus meiner Sicht wird dieser Kongress wirklich weichen stellen müssen, ob es nun den Bischöfen gelegen oder ungelegen kommt. Der aufrechte Jesuaner, die aufrechte Jesuanerin sind es müde, auf oben hin vertröstet zu werden und das Killerargument vom nicht gewünschten Sonderweg zu akzeptieren. Jesus hat Menschen augerichtet zum GEHEN und hat zum „Wandertag“ Richtung Himmel, Gerechtigkeit und geschwisterliche Menschenwürde animiert. Da sollten wir uns nicht wieder stoppen lassen durch römisch-klerikale Ängstlichkeiten. Gott hat den Weg freigelegt. Wir brauchen keine Angst zu haben.
Christsein ist ein Auswärtsspiel
Nicht dort, wo wir ChristInnen selber den Ort oder das Format bestimmen, sondern dort, wo wir im Fremden angenagelt werden, bewährt sich das jesuanische Christentum. Die heutige Marktsituation ist Realität und als Handlungsrahmen bestimmend. Das ist als Ausgangspunkt zu aktzeptieren. Aufmerksamkeit muss man sich verdienen und das mit einem professionellen Vorgehen. Es braucht eine neue Inszenierung der Mitte und Markierungen aus dem Evangelium für die Zeit heute. Citypastoral ist daher in Zukunft extrovertierte PR-Arbeit. Diese Logik ist mir absolut nicht fremd und bei der Tagung in Köln fühlte ich mich sehr verstanden und bestärkt, Seelsorge in der Stadt poinitierter, profilierter und mit dem Heute kompatibler zu sehen.
Im Wettbewerb der Wahrnehmung muss ein “Kirchen-Relaunch” kommen
“Glaube gibt Halt” hat die Agentur Como mit der Diözese entwickelt. Sabine Schimböck und Gerold Öller haben sich für die Pastoralkonferenz Linz-Mitte Zeit genommen und “Impulse aus Sicht einer PR- und Werbeagentur” geliefert. Nachdenklichkeit und ein Blick auf die Chancen waren die Folge der intensiven Auseinandersetzung.
Kirche als Marke sehen
“Kirche ist eine Marke, die Werte und Vorstellungen vertritt, die für Menschen relevant sind und darüber sollte mehr kommuniziert werden”, war gleich die Anfangsbehauptung von Geschäftsführer Öller, um gleich das Grundproblem anzusprechen: “Die Kirche beschäftigt sich zu viel mit sich selber! Nicht die Leute laufen der Kirche davon, sondern eher die Kirche den Leuten. Angebote kommen deshalb zu wenig hinüber”. Die Account-Managerin Schimböck ermutigt die SeelsorgerInnen: “Immer wieder zu den Leute gehen und von den konkreten Angeboten reden ist heute ganz entscheidend.” Die Kirche wird als Lebensbegleiterin in schönen und schwierigen Lebenssituationen wie Taufe, Hochzeit, Sterben und Notsituationen gesehen. Diese Anlässe müssen daher gut und professionell begleitet werden.
